25.4.

woran ich im letzten jahr merkte, dass ich alt bin:

auf dem weg zu einem vortrag in einem soziokulturellen zentrum sprang ich noch rasch in den supermarkt, um mir ein spaßgetränk für den abend zu besorgen. ich kam mit einem karottensaft wieder heraus.

wann anders: spät abends überkam mich der hunger. ich wollte mir – ganz wild und jugendlich- online etwas zu essen bestellen.
ich stellte fest, dass mir ist das viel zu kompliziert ist und kochte stattdessen doch lieber schnell selber.

neulich: ich verbrachte einen lauen sommerabend auf dem balkon. mit buttermilch und apfelschnitzen.

vor einem jahr: ich plante meine geburtstagsparty – nachmittags ab 15h. meine eltern kamen auch.

und dieses jahr?
dieses jahr lade ich mich zu meinem geburtstag in den freizeitpark ein, nehme ein picknick mit und werde den ganzen tag achterbahn fahren und abenteuer erleben bis ich mich müde gespielt habe.

fazit: entweder reise ich entgegen der zeit oder die zahl in meinem personalausweis hat einfach keinerlei bedeutung in meinem alltag.

11.4.

ich bin sehr neu im nagellackbusiness. erst seit dem sommer bepinsel ich mir manchmal unter großem aufwand die fingernägel in bunt oder glitzerig. ich mach´s, weil ich´s im sommer bei einem freund sehr schick fand und er mir dann ein paar tipps gegeben hat.

auf hohen schuhen laufe ich enorm selten. meistens finde ich absätze unpraktisch. ich kann es aber ganz gut, weil ich mal einem freund beigebracht habe, wie das funktioniert. er trug high heels und ich hab ihn beobachtet und beschrieben, wie knie, hüfte und der ganze rest auf hohen hacken koordiniert werden können.

in diesem sinne ein freundlicher gruß an den genderzuschreibungsmist: screw you.

7.4.

ich sitze in der db lounge und nutze die wartezeit zum arbeiten. es ist sehr ruhig, alle anwesenden sind in irgendetwas vertieft, lesen, denken. auch direkt neben mir guckt ein älterer, gut gekleideter herr angestrengt und sehr konzentriert auf den bildschirm seines laptops. ich gebe mir mühe ihn nicht zu stören, stelle extra mein telefon auf lautlos und lasse mich von seiner konzentration anstecken. irgendwann fällt mein blick zufällig auf seinen laptopbildschirm: er spielt counterstrike und ist gerade dabei, bis an die zähne bewaffnet ein dorf in schutt und asche zu legen.