15. 9.

aus der reihe „joseph beuys weitergedacht“ heute die folge „misanthropie“.

(die redaktion hat lange diskutiert, ob die aktuelle folge nicht besser „realität“ heißen sollte, entschied sich dann aber aus angst vor der zuschriftenflut aus töpferworkshops, kindergärten, laienspielgruppen und freizeitchören dagegen.)

die nächste folge wird sich mit dem thema beschäftigen „jeder ist ein künstler. du hast dir zumindest mühe gegeben.“

6. 9.

ich bin per aussehensdefinition eine feine dame: meine extravagante kopfbedeckung passt zu den accessoires, die ich für den heutigen tag gewählt habe – uh la la!
ich fühle mich fast schon wie eine lady beim britischen pferderennen während ich den flur entlang flaniere.
die punkigen nieten, die ich an meine schwarze mütze geschraubt habe, passen wirklich hervorragend zu nietengürtel und -armband.
ascot, ich komme.

25. 8.

mein samstagvormittag sah so aus:
um 7.40 aufwachen und mich darüber freuen noch so viel vom tag zu haben.
aufstehen, kaffee trinken und dabei deutschlandfunk hören.
frühstücken mit obstbrei, den ich neulich vorgekocht und eingefroren hatte.
ein bananenbrot backen.
stricken.
pflanzen umtopfen.

mittags die selbsterkentnnis: ich bin eine hausfrau gefangen im körper einer linksradikalen theatermacherin.

24. 8.

das erste mal seit monaten stecke ich einen schal in den rucksack. abends wird es tatsächlich etwas frisch und ich lege ihm mir um den hals. spontan erfüllt mich ein wohliges gefühl: wie weich und gut! so gemütlich eingepackt, ein bisschen abgeschirmt von der außenwelt, beschützt und gewärmt.
in ordnung, herbst: der sommer war sehr groß, aber bald darfst du kommen.